Wer ist Stuttgart?

Wer ist Stuttgart? Und was bedeutet das für die Menschen, die hier leben? Zwischen 2008 und 2011 setzte sich der Stuttgart Salon diese Fragen zum Thema, überzeugt, dass wertschätzende Gespräche Menschen motivieren, Ideen und Engagement zu verbinden. Der Stuttgart Salon ist eine Initiative, ein Engagement und ein Format von curious minds und zeigt, wie Lernen stattfinden kann.
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Mittwoch, 20. Februar 2013

Danke und Auf Wiedersehen!


Alles (Gute) hat einmal ein Ende. Und so ist der stuttgart|salon nun dort angekommen. Geprägt von guten Gesprächen, von Begeisterung, tollen Menschen, überraschenden, mutigen und eleganten Ideen für die Zukunft und für das Jetzt. Das alles startete aus dem Wunsch heraus, Menschen ernsthaft, authentisch aber auch leicht für eine Sache zu begeistern und dabei spielerisch neue Erkenntnisse zu gewinnen - über die Stadt, in der wir leben, über Stuttgart und mehr. Im Laufe der zentralen Aktionen (Interviews zur Frage „Wer ist Stuttgart?“ sowie Salonabende zu Themen, die Stuttgart betreffen) lernten wir und alle, die sich ins Gespräch einbrachten, viele neue und gute Dinge über Stuttgart, über Stadtentwicklung: Feinsinniges, Weitreichendes und Übergreifendes. Auf jeden Fall gewann, wer neugierig und aufmerksam zuhörte, eine veränderte Sicht auf diese Stadt und das Feedback war begeistert und begeisternd. Soweit sehe ich das Experiment zu neuem Lernen als wirklichen Erfolg.

Wenn der Bogen des Antriebs und der Leidenschaft sich gen Ende neigt, sollte man Danke sagen und sich an neue Ideen wagen. Deshalb: Mein herzlichstes Dankeschön an alle Gäste, Interviewpartnerinnen und Mitmacher. Menschen, die diese Phase zu einer intensiven und schönen Zeit gemacht haben! Alle Blogartikel zu den zentralen Elementen können weiterhin unter den Labels „Salon“ und „Interview“ (Filterung über die Labels in der rechten Spalte) nachgelesen werden.

Und versprochen, es wird nicht der letzte Salon gewesen sein…. Nur eben nicht mehr zu Stuttgart. Danke und Auf Wiedersehen!

Sonntag, 23. Dezember 2012

Beobachtungen und gute Wünsche

Als es mir zu dumm wurde, verordnete ich mir Abstand. Physisch und mental. Man bekommt zwar nicht mehr alles mit, merkt aber dafür auch, dass Vieles in den Nachrichten und der Politik als Unterhaltungskaugummi dient und man nach 2 Monaten der Abwesenheit durchaus den Anschluss sofort findet. Mit diesem Abstand reflektiere ich die Entwicklungen in Stuttgart wieder gerne.

Man könnte meinen, Bürgerbeteiligung in Stuttgart sei wie Parteipolitik: Man soll sich andienen, Ellenbogen haben, laut und penetrant sein. Denn Bürgerbeteiligung kann nicht jeder, sondern nur die, die es wissen oder es sich verdient haben. Und Bürgerbeteiligung kommt nur dort in Schwung, wo es genug Geld gibt, die Grundsicherung der nötigen Infrastruktur und Organisation zu betreiben. Kooperation ist ein seltenes Pflänzchen und Unvoreingenommenheit oder Vertrauensvorschuss scheint eine Rarität.

Nachdem ich einem Vortrag über die Biologie der Zellkommunikation hörte, überlegte ich, ob wir von unseren Zellen etwas lernen könnten. Billionen von Zellen verstehen es, reibungslos zu kommunizieren, ohne dass es einen Chef gibt, der alles ordnet. Wie genau funktioniert diese Selbstorganisation, die komplexe Vorgänge regelt, ohne mit anderen aneinander zu geraten? Und wie schaffen wir es, den Fokus zu drehen um FÜR etwas zu sein und nicht GEGEN? Denn auch das ist ja inzwischen bekannt. Wenn man nicht an einen rosa Elefanten denken soll, kann man nicht anders, als genau das zu tun. Wohin führt uns also das „Dagegen“, egal, worum es geht?

Brauchen wir tatsächlich eine Organisation der Bürger, die gegen die Entscheidungen in Politik und Verwaltung „kämpft“? Oder brauchen wir nicht vielmehr die Politik und die Verwaltung, die ja die Vertreter der Bürger sind(!), die sich „unters Volk mischen“ und aktiv zuhören, was die Menschen bewegt?

Würde es nicht ein großer Raum tun, der den Bürgern und Gruppen für Veranstaltungen zur Verfügung stünde? Und eine Funktion, die jeweils befristet die Organisation hierfür übernimmt. Dann wäre das ein Ort der Begegnung und Zusammenkunft, um zu reden und zuzuhören, sich zu informieren und auszutauschen. Voraussetzung ist eine Stadt, die das trägt und ermöglicht, weil ein echtes Interesse lebt, am Puls der Zeit und am Puls der Bürger zu sein, um daraus Ableitungen für die Entscheidungen zu ziehen. Voraussetzung ist vielleicht auch, das viele professionelle Spektakel und Getue abzulegen, etwas von der heißen Luft rauszulassen und einfach zu reden, aufmerksam zuzuhören und bereit zu sein, zuzugeben, wenn man die Antwort nicht kennt.

Dazu brauchen wir interessante Formate, die Menschen vielfältig zusammenbringen und ein paar unerschütterliche Moderatoren und Moderatorinnen, die auch jene zu Wort kommen lassen, die bisher von ein paar Wenigen angeblichen Basisdemokraten übertönt und untergebuttert werden. Themen gibt es genug.

Wäre es nicht schön, es gäbe so ein Selbstverständnis? Jeder darf in aller Ruhe innehalten, genügend nachdenken und sich dann einbringen. Die Schnellen genauso wie die Bedächtigeren.

Ich wünsche mir vom neuen grünen Oberbürgermeister eine neue Perspektive in Sachen Bürgerbeteiligung und eine breitere Unterstützung der lebendigen Praxis. Ohne professionelles Spektakel und ohne klar abgestimmte Schnittstellen zu spezifischen Projekten. Sondern einen fortlaufenden Lern-Prozess der praktischen Mitmenschlichkeit.

Ich wünsche allen eine ent-hetzte Zeit und beschwingte Feiertage!

Donnerstag, 23. August 2012

We are interdependent


Gerade habe ich diesen Film auf Google+ gesehen und dachte mir: Das ist gut! Nicht nur auf globaler Ebene hängt alles zusammen. Besonders auch auf lokaler Ebene wird dies gerne verdrängt. Es geht – so finde ich –darum, fair und offen zusammen zu wirken. Insbesondere für Stuttgart finde ich wichtig, dass alle Bürger zusammen kommen. Abgrenzung und Ausgrenzung führen zu einem Gegeneinander. Wenn es voran gehen soll, brauchen wir aber ein Miteinander. Grundlage dafür sind Fairness, Wertschätzung, Offenheit. Das kann sich jeder selbst beantworten, wie es damit steht.


Donnerstag, 21. Juni 2012

Wir sind Demokratie 02.07. 19:30 Theaterhaus

Seid dabei, wenn der Philosoph Richard David Precht, der Komiker und Bürgermeister Reykjaviks Jón Gnarr zusammen mit den AnSiftern und den Initiatoren der Plattform Meisterbürger über Bürgerbeteiligung reflektieren und diskutieren! Fragen an die Diskutanten können gerne auch vorab eingereicht werden.

Bitte rechtzeitig Tickets besorgen:
Direkt im Theaterhaus
Siemensstraße 11, Stuttgart
am Pragsattel
Kasse (10-21 h)
0711 -40 207 -21, -22, -23

Flyer mit allen Infos erhältlich bei den AnStiftern oder über mich.





Mittwoch, 20. Juni 2012

Einfach mal so

Ich weiß – dieser Input hat an sich nichts auf dieser Seite verloren, aber doch hat er etwas mit Stuttgart und dem Leben in der Innenstadt zu tun. Somit – falls die Betroffenen zufällig davon erfahren – trägt er dann vielleicht doch zu einer Veränderung hin zu mehr Ruhe und Nachhaltigkeit bei. :-)

Nachdem nun einige Jahre vergangen sind, in denen es (nicht nur) im Herbst zu nervenaufreibenden Gebläsechören kommt und ich manchmal schon aus dem Fenster springen will, um für Ruhe zu sorgen, stieß ich gestern beim Lesen eines wunderbaren Buchs über Gärten auf diese Passage, die mich schmunzeln machte:

„Man sieht – und hört – jetzt allerorten Männer – es sind immer nur Männer -, die sich kleine, handliche 1-PS-Motoren auf den Rücken geschnallt haben und mit einem langen Plastikpimmel in der Hand Laubwolken vor sich herpusten, mit Spitzengeschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometern. Die Schallbelastung solcher Geräte liegt am Ohr des Verursachers bei etwa 100 Dezibel, in einigen Metern Entfernung noch so bei 80. Das ist Wahnsinn.

Man möchte ihnen zurufen:
Nehmt! Eine! Harke! Ihr! Idioten!
Aber sie haben ja vergessen, was eine Harke ist.

Immerhin werden bei dieser Art der Gartenpflege Myriaden von Pilzen und Sporen aufgewirbelt, die sonst harmlos in der Erde schlummern würden. Die atmet der Laubbläser dann ein und in seiner Lunge beginnen sie ihr Vernichtungswerk. Wenn Sie unter einem Laubbläser in der Nachbarschaft leiden, kann dieses Wissen vielleicht eine gewisse Genugtuung verschaffen.“

von Jakob Augustin aus „Die Tage des Gärtners: Vom Glück, im Freien zu sein“ – sehr lesenswert!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Bürgerbeteiligung top down oder bottom up?


Gestern war ich auf dem Kongress für Beteiligung. Positiv aufgefallen sind mir dabei die Beiträge von Professor Klaus Selle aus Aachen und Dr. Konrad Hummel aus Mannheim. Der Vortrag von Prof. Selle wird vermutlich in der Dokumentation enthalten sein, die irgendwann auf der Website verfügbar gemacht wird? Er skizzierte sehr treffendend den aktuellen Zustand der Bürgerbeteiligung. Dr. Hummel hingegen konnte aufzeigen, wie eine gelungene Einbindung der Menschen in die Stadtentwicklung aussehen kann: In Mannheim wurde zur Konversion großer Flächen die Bevölkerung aktiv abgeholt und in die Entwicklungen eingebunden.

Was mir insgesamt auffällt, ist das viel darüber diskutiert wird, wie Bürgerbeteiligung gestaltet werden kann, jedoch immer aus der Perspektive der Politik / Verwaltung. (top down) Doch ist Bürgerbeteiligung oder Bürgerschaftliches Engagement nicht etwas, was sich verordnen lässt. Sollte nicht auch darüber nachgedacht werden, welches Umfeld geschaffen werden kann, um auch nicht kanalisiertes Bürgerschaftliches Engagement (bottom up) zu unterstützen? Und welche Schnittstellen zwischen Bürgern, Politik, Verwaltung und Wirtschaft prinzipiell sinnvoll wären, unabhängig von konkreten Projekten.

Ganz entscheidend hierbei ist die Raumfrage. Wo können (Großgruppen)veranstaltungen und Treffen regelmäßig und kostenlos stattfinden? Wie kann die Kommunikation zwischen den Spielern erleichtert werden?

Menschen, die ein hohes Interesse daran haben, ihre Stadt attraktiv zu gestalten, können nur ein Mehrwert für die Stadt sein.

Einfache Rechnungen greifen hier meines Erachtens zu kurz. Es geht nicht darum, reine wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund zu stellen, und es geht auch nicht darum, diese vollkommen zu ignorieren. Was fehlt ist der ganzheitliche Blick für Vorteile und Nachteile und die jeweiligen Kosten, die sich aus Szenarien ergeben – aber weiter gedacht als bis zur eigenen Nasenspitze. Die Politik und die Verwaltung, auch die Wirtschaft sind teilweise zu langsam im Begreifen notwendiger Änderungen. Eine aus wirtschaftlicher Sicht schlechtere Lösung kann auf den zweiten Blick und die lange Sicht viel sinnvoller für das gesamte Ökosystem der Stadt sein. Wir brauchen meines Erachtens wieder mehr Robustheit und Redundanz und weniger Effizienz und Profitdenken. Hinweise hierzu können die Menschen viel besser liefern, weil sie nach Sinnhaftigkeit und Langzeitwirkung fragen, weil wir doch alle einfach gut leben wollen.

Freitag, 6. April 2012

Wer lesen kann ist im Vorteil

Dieser Kommentar richtet sich an die Beitragenden auf der Parkschützer Seite zur angeblichen „Enttarnung“ der Meisterbürger.

Eine Recherche sollte sauber erstellt werden, bevor vorschnell Schlüsse gezogen werden. Hier ein paar Hilfen für die Recherchierer:

Curious Minds ist keine PR Agentur, sondern tätig im Bereich Weiterbildung und Formate für neues Lernen. In diesem Rahmen berate ich die Social Angels Stiftung. Ziel der Stiftung ist es, bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Sie wurde und wird nicht von der IHK gefördert, sondern vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – für ein Leuchtturmprojekt zur Stärkung der Bürgergesellschaft.

Ich begleite die S21 Bewegung nicht als S21 Befürworterin. Im Gegenteil, ich finde das Projekt unsinnig und unverantwortlich. Das ist in meinen Blogartikeln wahrlich nicht schwer herauszulesen. Der stuttgart|salon ist eine Initiative, die ich vor einigen Jahren gestartet habe, um Themen, die Stuttgart betreffen, im Sinne einer konstruktiven Stadtentwicklung zu thematisieren.

Die Erfahrung zu machen, auf den Seiten der Parkschützer derart vorverurteilt und verrissen zu werden, wo doch alle Informationen in der Tat hier offenliegen, frei, sie nachzulesen, lässt mich immens zweifeln. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass Selbstgerechtigkeit eher auf der S-21 Seite zu finden ist. Heute wurde ich eines Besseren belehrt.

Die Idee der Meisterbürger –Plattform ist es, allen Bürgern zu ermöglichen sich einzubringen, unabhängig von Gesinnung und Meinung. Es soll eine Mischung werden aus online und offline Vernetzung zur Gestaltung der Stadt. Aktuell scheinen sie einige leider nur als Konkurrenz wahrzunehmen und weniger als Chance. Die Chance liegt in einer übergreifenden Bürgerplattform, die sich als aktive Basis für echte Bürgerbeteiligung entwickeln kann. Dabei kann jede Initiative das bleiben, was sie ist und trotzdem mit allen anderen grundsätzlich oder situativ beim entsprechenden Anliegen kooperieren. Diese Idee kann die demokratische Beteiligung der Bürger nach vorne bringen, weil sie vereinen kann, wenn man es zulässt und sich nicht gegenseitig zerfleischt. Meine Sicht dazu: Schaffen wir es als Bürger nicht, gemeinsam zu agieren, dann haben wir es irgendwann auch nicht anders verdient, als an der Nase herumgeführt zu werden.

Freitag, 17. Februar 2012

Dienstag, 24. Januar 2012

Freitag, 20. Januar 2012

Montag, 28. November 2011

Meisterbürger

Die Diskussion des letzten stuttgart|salons formulierte den Wunsch nach konkreten Maßnahmen, wie sich das Engagement der Bürger in Stuttgart über S21 hinaus für die Gestaltung der Stadt erhalten ließe. Denn es hat sich etwas verändert in Stuttgart. Das letzte Jahr und darüber hinaus engagierten sich Bürger für S21 und K21 in bisher unbekannter Weise. Die Bürger sind über dieses Projekt „aufgewacht“ und wollen mitbestimmen, was in der eigenen Stadt geschieht. Diesen politischen Gestaltungswillen aufzugreifen und in zukünftige Entwicklungen der Stadt einfließen zu lassen – das galt es zu erfinden. Die nachfolgenden Gespräche zum stuttgart|salon mit anderen Interessierten brachten eine Idee hervor. Die Meisterbürger. Eine Plattform als Dienstleistung für ein neues Bürgernetzwerk, in dem die Inhalte durch die Bürger eingebracht und entschieden werden. Das oberste Ziel dabei ist die aktive Durchsetzung der Interessen der Bürger. Das Mittel ist die wechselseitige Unterstützung der vielfältigen Anliegen. Der Stil gründet auf persönlichen Kontakt, Vertrauen und Respekt. Die Plattform ist noch im Entstehen, aber Näheres dazu gibt es bald unter meisterbuerger.org zu sehen.

Dienstag, 7. Juni 2011

Die ver-rückte Stadt

„Während anderswo in Europa die Eliten eher die Wut der Vorstädte, der Wohlstandsverlierer fürchten mußten, waren sie in Stuttgart mit einer wachsenden Gruppe rebellierender Fachleute konfrontiert. Und wer noch kein Fachmann war, der wurde einer.
…. Was sie erlebten, war ein Gegenbeweis für jene alte Theorie, die Macht würde von den Wissenden ausgehen. Denn die Wissenden waren sie ja selbst. Somit war der Schwindel offenkundig: Jeder konnte erkennen, wie sehr die Macht auch ganz ohne Wissen funktioniert und daß jener Gedanke Nietzsches Bestand hat, der die Macht als Folge des Willens sieht. Der Wille erzeugt die Macht, nicht das Wissen, nicht die Bildung.“
Zitat von Heinrich Steinfest (Wo die Löwen weinen, Kriminalroman)

Ver-rückt – es hat sich etwas verschoben in Stuttgart, und damit auch die Perspektive. Unabhängig von den Gründen, die den Politikwechsel im Land tatsächlich ermöglicht haben, haben sich die Menschen in Stuttgart in den vergangenen Monaten und Jahren verändert. Nicht nur die, die eine vorbildhafte Lernoffensive demonstriert haben, die einfach passiert ist. Man bemerke: Ohne viele Experten, die mit viel Getue und TamTam ein poliertes, perfekt abgestimmtes professionelles Spektakel inszeniert haben. Nein. Die Empörung selbst war Antrieb genug, miteinander zu reden, zu teilen, zu begeistern, zu studieren, beharrlich dran zu bleiben, eine neue Offenheit auf der Straße zu erleben, die zu einer für Stuttgart ganz ungewöhnlichen Gesprächigkeit mit Fremden geführt hat. Ich persönlich meine, dass die Sinnfrage die Empörung und das Lernen erst ermöglicht hat. Wie möchte ich leben? Wie möchte ich behandelt werden? Was ist mir wichtig? Die Ungeniertheit der Strippenzieher erweckte die Empörung erst in dieser Solidarität. Stuttgart hat den Aufruf Stéphane Hessels „Empört euch!“ gelebt. Doch was folgt darauf?

Die Stuttgarter Kunstszene zumindest erfährt eine Belebung. Auch die Kreativität der Bürger ist explodiert, eine neue Atmosphäre ist zu spüren in der Stadt, die entstehenden Subkulturen bisher nur zu gerne den Boden unter den Füßen weggezogen hat – und der Bauzaun kam ins Museum.

Es haben sich auch jene verändert, die nicht Teil der gewaltigen und vorbildhaften Lernoffensive waren. Die S21 Befürworter, die sich auf die alte Art des Campaignings fokussiert hatten – die mit dem richtigen Marketing schon die Stuttgarter überreden würden – auch sie haben sich verändert. Bisher zuverlässige Automatismen stottern und auch das muss eine Wirkung auf die Wahrnehmung haben. Experten wurden zu Ver-rückten, die in einer neuen Wirklichkeit aus veränderten globalen Zusammenhängen und lokalen Verschiebungen ihre Thesen nicht mehr sinnvoll andocken konnten.

Doch was folgt darauf? Grundloses Handeln um irgendetwas zu bewegen? Oder – Brot in flüssigen Parmesan dippend ;-) – im Salon den Zusammenschluss starker Akteure und neue Ideen zu diskutieren– über das Leben wie wir es wollen, über demokratische Grundlagen und eine lebenswerte Zukunft. Dazu zumindest finden schon erste Ideenaustausche statt und der nächste stuttgart|salon wird sich – nachdem wir jetzt festgestellt haben, dass Stuttgart tatsächlich ver-rückt ist – dem Gespräch widmen, konkrete Ideen zur Veränderung zu diskutieren. Ganz nach dem Motto der neuen Thesen von Stéphane Hessel: „Engagiert euch!

Die Gäste des stuttgart|salons waren: Maria Arenz, Thorsten Puttenat, Annette Ohme-Reinicke, Tanja Maria Ernst, Klaus Gebhard, Marga Biebeler und Felicia Copaciu. Danke an alle, die den Abend durch Ideen und Anwesenheit gestaltet haben! Danke an Heinrich Steinfest, der mit seinem Krimi „Wo die Löwen weinen“ für Inspiration, treffende Beschreibungen und Erheiterung sorgte! Und danke an Harald und Felicia, die den stuttgart|salon im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche bei Coworking0711 beherbergten!

Die ver-rückte Stadt

Montag, 6. Juni 2011

Das war der stuttgart|salon: Die ver-rückte Stadt

Hier die Bilder zum stuttgart|salon "Die ver-rückte Stadt". An dieser Stelle allen Gästen ein herzliches Dankeschön fürs Dabei-sein! In dieser Woche folgen hier im Blog weitere Beiträge zum Salon und der nächste stuttgart|salon zu "Stuttgart22 - die kreative Stadt" ist übrigens schon im Gespräch. Hier werden wir die konkreten Ideen zur Umsetzung aufgreifen. Allen eine schöne Woche!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Rückblick PINK Production

Interessanter Artikel mit Bezug auf den letzten stuttgart|salon: PINK Production - Wohin geht Stuttgart, wenn Daimler geht?

zum Artikel in der FAZ

Donnerstag, 19. Mai 2011

Stuttgart: Die ver-rückte Stadt

Der stuttgart|salon am 03. Juni wird ab 19 Uhr live bei Fluegel.tv gestreamed. Vielen Dank! Zu sehen ist das Gespräch zum Psychogramm Stuttgart.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Stuttgart: Die ver-rückte Stadt


Wie lebt es sich in einer Stadt, die gerade neue Züge an sich kennen lernt und doch sich und ihrer Zukunft noch nicht recht traut?

Der nächste stuttgart|salon findet statt am 03. Juni im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche von CoWorking0711. Fokus: Chancen und Hintergründe des Politikwechsels in Baden-Württemberg. Wir freuen uns drauf!